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Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie

Weiterbildung zum Arzt / zur Ärztin für Anästhesiologie an unserer Klinik

pdfCurriculum zur Facharztweiterbildung116 KB

Neben theoretisch-medizinischen (Physiologie und Pathophysiologie, Biophysik, Anatomie, Pharmakologie), medikolegalen Kenntnissen und fachgebietsspezifischen Grundlagen werden während der Weiterbildung praktische Fertigkeiten in allen anästhesiologischen Subdisziplinen vermittelt. Die vermittelten Inhalte entsprechen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivtherapie (DGAI) sowie der aktuellen Weiterbildungsordnung. 
Nachfolgend ist beispielhaft ein mögliches zeitliches Schema für den Verlauf einer Facharztweiterbildung an unserer Klinik dargestellt. Die genaue chronologische Abfolge der einzelnen Abschnitte kann im Einzelfall von der in der Tabelle angegebenen Abfolge abweichen. Für jeden Mitarbeiter wird ein individueller Weiterbildungsplan erarbeitet. Neue Mitarbeiter mit Vorkenntnissen durchlaufen ein entsprechend angepasstes Curriculum. Ziel ist es in jedem Fall, die Weiterbildung in der Regel nach 60 Monaten abzuschließen.

Jahr Bereich Monate  
1 Viszeralchirurgie
12
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2 Traumatologie
6
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"Kopfkliniken"
(HNO, MKG, AUG)

3
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Urologie
3
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3 Orthopädie
3
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Gynäkologie
3
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Neurochirurgie
3
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Kinderchirurgie
3
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2-4 Intensivtherapie
12
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5 Neurochirurgie
2
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Kinderchirurgie
2
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Gefäßchirurgie/Thoraxchir.
2
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Gynäkologie
2
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Rotation nach Bedarf
4
 

 

Viszeralchirurgie (Allgemein- und Transplantationschirurgie)

Zunächst steht die Vermittlung der Grundlagen des Fachgebietes im Vordergrund. In den ersten vier Wochen der Ausbildung wird der Arzt in Weiterbildung (AiW) einem erfahrenen Fach- bzw.Oberarzt zur Seite gestellt (Supervisionsphase). In dieser Phase werden schwerpunktmäßig folgende Inhalte vermittelt:

  • organisatorischer Ablauf im Operationssaal
  • technische Grundlagen (Narkosegeräte und -systeme, Monitoring, Spritzenpumpen, Defibrillatoren etc.)
  • präoperative Patientenvorbereitung (rechtliche Aspekte der Patientenaufklärung, Prämedikation, notwendige Voruntersuchungen...)
  • Auswahl des Anästhesieverfahrens in Abhängigkeit vom geplanten Eingriff sowie von den Vorerkrankungen
  • Grundlagen der Lokal- und Regionalanästhesie
  • Kenntnisse über Pharmakawirkungen und -nebenwirkungen
  • Kenntnisse über häufige anästhesiologische Probleme in der perioperativen Phase (Komplikationsmanagement)
  • Maligne Hyperthermie
  • kardiopulmonale Reanimation
  • technische Fertigkeiten (Maskenbeatmung, Intubation, periphere Zugänge)
  • Prinzipien der postoperativen Überwachung und Therapie (Aufwachraum, PACU, IMC, ITS)
  • Prinzipien der postoperativen Schmerztherapie (Akutschmerzdienst, Regionalverfahren)

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Aufbauend auf diese "Basics" werden im weiteren Weiterbildungsverlauf folgende Fertigkeiten vermittelt:

  • zentralvenöse Katheter, arterielle Kanülierung, hämodynamisches Monitoring
  • Anlegen von thorakalen und lumbalen Periduralkathetern
  • rapid sequence Induction
  • Intubation mit Doppellumentuben und Einlungenventilation
  • Management komplexer Lagerungen und deren Überwachung
  • Interpretation von Blutgasanalysen
  • Umgang mit Transfusionen und Transfusionsgeräten
  • Anästhesie bei Ileus und akutem Abdomen
  • Anästhesie bei transmediastinaler und thorakoabdominaler Ösophagusresektion und anderen größeren Eingriffen am Gastrointestinaltrakt (Gastrektomie, abdominosakrale, Rektumexstirpation, Pankreaschirurgie)
  • Anästhesie bei Operationen an der Leber (Leberteilresektion)
  • die Aufrechterhaltung der Homöostase von Wasser- , Elektrolyt- und Säurebasenhaushalt, des Blutvolumens und des Plasmaeiweißgehaltes während dieser Eingriffe
  • Kenntnisse der Auswirkungen des Kapnoperitoneums im Zusammenhang mit der minimal invasiven Chirurgie

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Traumatologie / Orthopädie

  • Indikationsstellung für Verfahren der Regionalanästhesie, sowie deren Durchführung, Dokumentation und postoperative Weiterbetreuung
  • anästhesiologisches Management bei multimorbiden Patienten, nicht-nüchternen Patienten und Schwerstverletzten im Schockzustand
  • spezielle Anästhesietechniken bei Operationen an der Wirbelsäule
  • Besonderheiten der Anästhesieführung bei Bauchlagerung
  • Techniken der Eigenblutspende und der isovolämischen sowie der maschinellen Autotransfusion
  • Methylmetaacrylat (Palacos) – Nebenwirkungen, vermutete Pathomechanismen, prophylaktische und therapeutische Optionen

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Kopfkliniken (HNO, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Augenheilkunde)

Das Hauptlernziel in diesem Bereich besteht in der Aneignung und Festigung von Verfahren und Algorithmen zur Sicherung der Atemwege (Airwaymanagement). Dies beinhaltet

  • Präoperative Abschätzung von möglichen Intubationsschwierigkeiten durch:
    • prädiktive Scores (z.B. Wilson, Mallampati)
    • Anamnese, körperliche Untersuchung und Diagnostik
  • Vermittlung von Kenntnissen über die verschiedenen Intubationinstrumente/ -hilfen und Tuben/Atemhilfen, deren Einsatzgebiete sowie deren praktische Handhabung
  • Supervidierte und selbständige Durchführung von orotrachealen und nasalen Intubationen, Platzierung von Larynxmasken
  • Planen und Durchführen komplexer Intubationsprozeduren (z.B. Fiberoptische Intubation mit starrem und flexiblem Bronchoskop, nasale Intubation)
  • ASA- Algorithmus des Vorgehens bei schwierigem Atemweg (erwartet und unerwartet)

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HNO

  • Anästhesieführung bei ausgedehnten Larynxoperationen verbunden mit einer Tracheostomie
  • Jet-Ventilatilation, Indikation, Durchführung, Gefahren
  • Besonderheiten der Anästhesie bei Tracheoskopie und Trachealchirurgie
  • Besonderheiten der Narkoseführung bei Epiglottitis und subglottischer Stenose
  • Besonderheiten der Narkoseführung bei Adenotomien, Tonsillektomien, Eingriffen an Mittelohr, Nase und Nasennebenhöhlen

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MKG

  • Operative Versorgung von Gesichts- und Kieferverletzungen
  • Anästhesieführung bei Kieferabszessen, Zahnextraktionen etc.
  • Anästhesieführung bei großen Tumoroperationen in der Kieferchirurgie

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Augenheilkunde

  • Kenntnisse der Auswirkungen und Vorbeugung des oculo-cardialen Reflexes
  • Prophylaxe und Therapie der intraorbitalen und bulbären Druckerhöhung
  • Technik und Komplikationen der retrobulbären Anästhesie

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Urologie

  • Pathophysiologie, Prävention, Diagnostik und Therapie des TUR-Syndroms
  • Erkennung einer Blasenperforation
  • spezielle Anästhesieprobleme bei langdauernden Eingriffen (Zystektomie, radikale Prostatektomie)
  • Methoden der Regionalanästhesie
  • Anästhesie bei Niereninsuffizienz
  • Erkennung und Behandlung einer Beeinträchtigung des Kreislaufes und des pulmonalen Gasaustausches durch extreme Lagerungstechnik
  • Kenntnisse der Auswirkungen des Kapnoperitoneums im Zusammenhang mit der minimal invasiven Urochirurgie

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Gynäkologie/Geburtshilfe

Vermittelt werden Kenntnisse über Besonderheiten bei gynäkologischen und geburtshilflichen Eingriffen:

  • Laparotomie
  • Große ausgedehnte Tumoroperationen (TMMR, LEER, Probelaparotomien/ Tumordebulking, radikale Vulvektomien mit/ohne Flaps)
  • Laparoskopien
  • Vaginale Eingriffe
  • verschiedene kurze diagnostische/ therapeutische Eingriffe
  • Mamma-Chirurgie
  • spezielle Kenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie der Atmung, der Hämodynamik, des Säure-Basen- und Eiweißhaushaltes sowie des Gastrointestinaltraktes in der Schwangerschaft
  • Aorto-cavales Syndrom
  • Anästhesieführung bei lebensbedrohlichen Komplikationen, wie Placenta-prävia-Blutung, vorzeitige Placentalösung, Uterusruptur, Uterusatonie, Fruchtwasserembolie, schweren Gestosen, HELLP-Syndrom
  • Kenntnisse der geburtshilflichen Überwachungsmethoden von Fetus und Wehentätigkeit
  • Technik, Methoden und Besonderheiten der rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren
  • Besonderheiten der Allgemeinanästhesie bei Sectio caesarea
  • Besonderheiten der Anästhesieführung in den ersten Schwangerschaftswochen unter Berücksichtigung der Wirkung von Anästhetika auf den Fetus

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Neurochirurgie

  • Anästhesiologisches Management
    • bei Kraniotomien zur zur Entfernung von Tumoren
    • bei Trepanation der vorderen und hinteren Schädelgrube zur Entlastung sub und/ oder epiduraler Hämatome
    • operativen Versorgung von Gefäßaneurysmen
    • bei der Anlage von externen Ventrikeldrainagen
    • bei Deep-Brain-Stimulation
    • bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck (insbesondere bei raumfordernden Prozessen)
  • Ätiologie und Mechanismen der Entstehung des erhöhten Hirndruckes
  • Diagnose, Messung und Behandlung des erhöhten Hirndruckes
  • Prävention, Diagnostik einer Luftembolie sowie therapeutische Optionen
  • Grundkenntnisse neurophysiologischer Überwachungsmethoden (z.B. EEG, evozierte Potentiale)

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Kinderchirurgie

  • Anästhesietechnik bei Kindern unter 2 Jahren, Besonderheiten der Intubationstechnik und des Anästhesiezubehörs
    • Wahl der Tubusgröße
    • Prophylaxe und Therapie des Postintubationsstridors
    • Prophylaxe und Therapie der Aspiration
  • Temperaturregulation
  • Verfahren der Regionalanästhesie
  • Besonderheiten der Anästhesie bei Früh- und Neugeborenen (mangelnde Ausreifung wesentlicher Organsysteme: Leber, Niere),
  • Besonderheiten der Hämodynamik, der Atmung und der Nierenfunktion
  • Dosierung von Pharmaka und Flüssigkeiten
  • Technik sowie Gefahren und Komplikationen venöser und arterieller Punktionen
  • Prävention, Diagnostik und Therapie der malignen Hyperthermie

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Gefäßchirurgie/Thoraxchirurgie

Gefäßchirurgie

  • anästhesiologische Probleme bei Eingriffen an der Aorta
  • Kombination der Periduralanästhesie mit Allgemeinanästhesie
  • Kenntnisse der Auswirkungen der Ischämie der Organe auf Narkoseführung, Homöostase und Hämodynamik
  • Grundkenntnisse der Ischämieprotektion
  • Postperfusionsschaden und seine Behandlung
    anästhesiologische Probleme bei Operationen an hirnversorgenden Arterien (Neuromonitoring in der Carotischirugie)
  • Kenntnisse der Methoden einer kontrollierten Hypotension

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Thoraxchirurgie

  • seitengetrennte Intubation (mit fiberoptischer Kontrolle der Lage des Tubus)
  • Einlungenanästhesie
  • bronchoskopisches Absaugen und Kontrolle der Bronchien
  • Umgang mit Pleuradrainagen
  • Berücksichtigung der Konsequenzen der Seitenlagerung
  • Kenntnisse der Beeinflussung der kardialen und pulmonalen Funktionen durch Lagerung und einseitige Beatmung der Lunge
  • Kenntnisse der Anwendung spezieller Beatmungstechniken bei Thoraxoperationen

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Intensivtherapie

Während der 12 monatigen Rotation auf die Intensivstation steht das Erlernen der pathophysiologischen Grundlagen und Techniken der Intensivtherapie mit der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der vitalen Funktionen einschließlich der pathophysiologischen Grundlagen und Techniken der Infusionsbehandlung im Vordergrund. Hierzu gehören:

  • Kenntnisse der Konstruktion und Funktion von Beatmungsgeräten sowie aller in der Intensivmedizin benutzten Geräte einschließlich der Techniken der Befeuchtung der Beatmungsluft
  • Kenntnisse über Indikationen und Anwendung der verschiedenen Methoden der Langzeitbeatmung
  • Diagnostische und therapeutische Bronchoskopie
  • Kenntnisse und Fertigkeiten in der Durchführung der intravenösen Flüssigkeitstherapie einschließlich der parenteralen und enteralen künstlichen Ernährung
  • Behandlung der Folgen des Postaggressionsstoffwechsels
  • Erkennung und Behandlung eines akuten Lungenversagens verschiedener Genese sowie des Versagens anderer vitaler Organe
  • Therapie von Blutgerinnungsstörungen mit Blut und Blutkomponenten
  • Einsatz und Durchführung von Entwöhnungsmethoden von der maschinellen Beatmung
  • Analgesie- und Sedierungsmethoden in der Intensivtherapie
  • Kenntnisse der Pharmakologie spezieller, auf der Intensivtherapiestation verwendeter Medikamente, insbesondere kreislaufwirksamer Medikamente
  • Kenntnisse spezieller Lagerungstechniken von langzeitbeatmeten Patienten
  • Kenntnisse in der Mikrobiologie und Antibiotikatherapie der am häufigsten auftretenden Infektionen
  • Hygienemaßnahmen auf der Intensivtherapiestation
  • Besonderheiten der Behandlung von Polyneuropathien
  • Besonderheiten der Behandlung polytraumatisierter/ neurotraumatologischer Patienten
  • Kenntnisse der Betriebsführung, Organisation und Dokumentation auf einer Intensivtherapiestation
  • Hirntoddiagnostik, rechtliche und organisatorische Aspekte der Organspende

Einarbeitungsphase:

  1. Hygienemaßnahmen auf der IOI (Hygieneordnung)
    1. Umgang mit zentralen Venenkathetern
    2. Absaugen
    3. Isolation / Kittelpflege
  2. Software / Dokumentation
    1. Einweisung in COPRA, Magic Web, SAP
    2. Standards Briefe / Verleger
    3. Codierung / Entlassung / Aufnahme
  3. Geräte
    1. Respiratoren
    2. Dialyse (Aufbauen, Anschließen, Abschließen)
    3. Spritzenpumpen/ Infusionspumpen
    4. Monitoring (Transport, zentrale Überwachung)
  4. Abläufe
    1. Tagesstruktur
    2. Personalstruktur
    3. Zuständigkeiten / Pflichten im Dienst
    4. Transporte
    5. Reanimationsdienst
    6. Schockraumversorgung

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telefon 0341-97-17700
icon-fax 0341-97-17709
anaesthesie@medizin.uni-leipzig.de 

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 - 19702 
stehen Ihnen die Ärzte unserer Intensivstation rund um die Uhr zur Verfügung.

Unter der Telefonnummer
0341 - 97 19702 / 19706
stehen Ihnen die Ärzte unseres Hyperbarmedizinischen Zentrums rund um die Uhr zur Verfügung.

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Wer sich an unserer Klinik bewerben möchte, findet hier wichtige Informationen.

Informationen zur Struktur der Facharztweiterbildung an unserer Klinik

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