.

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie - Intranet

Transfusionsunterweisung

 

Leiter des Institus für Transfusionsmedizin am UKL:

Prof. Dr. med. Reinhard Henschler

Insitut für Transfusionsmedizin

 

Transfusionsbeauftragte unserer Klinik: OÄ Dr. med. Isolde Kühnert (10714)

Stellvertretender Transfusionsbeauftragter: PD Dr. med. habil. Robert Werdehausen (10711)

 

Zugrundeliegende Dokumente:

Transfusionsgesetz - TFG

Querschnitts-Leitlinien (BÄK) Transfusion

Weitere Informationen finden Sie auch im roXtra: Transfusionsmedizinische Dienstanweisung

 

 

Jährliche Unterweisung zur Transfusion

Es besteht die gesetzliche Verpflichtung zur jährlichen Unterweisung aller Ärzte/innen im Umgang mit Transfusionen

Um möglichst allen Mitarbeitern die Transfusionsunterweisung jederzeit zur Verfügung zu stellen, ist im Folgenden die Präsentation und ein Videopodcast hinterlegt.

Nach Sichtung der Unterlagen müssen Sie anschließend eine Erfolgskontrolle im roXtra durchführen, um auch sicherzustellen, dass sich jeder mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Dazu erhalten sie eine gesonderte E-Mail (von roXtra) mit dem entsprechendem Link.

Diese Unterweisungen werden regelmäßig aktualisiert und bedürfen einer jährlichen Wiederholung. Auch hier erhalten sie eine entsprechende E-Mail.

Haben Sie Fragen und Anregungen rund um die Transfusionsunterweisung, bitten wir Sie diese zunächst direkt an unsere Transfusionsbeauftragte (OÄ Kühnert) oder ihren Stellvertreter (PD Werdehausen) zu stellen.

 

Präsentation

pdfSchulung transfundierende Ärzte/Innen 

 

Video-Podcast

{mp4}Transfusion{/mp4}

 

 

Patienteninformationen zu HBO

Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) nutzt die Effekte einer Sauerstoffgabe während der Behandlung in unserer Druckkammer. Durch die Überdruckexposition werden das Volumen von im Körper befindlichen Gasblasen verringert sowie die Löslichkeit der Gase so verbessert, dass ein schneller Abtransport aus dem Gewebe über das Blut bis in die Lunge erfolgen kann.

Dieses Therapieprinzip ist die einzige Behandlungsoption für Patienten mit Luft- oder Gasembolien (Gasbläschen im Gefäßsystem) und nach Dekompressionsunfällen (Tauchunfällen), die die Ursache der Beschwerden beseitigt. Die Kompressionsbehandlung wird durch die Sauerstoffatmung unter Überdruck unterstützt. Hierdurch wird ein vielfach gesteigertes Sauerstoffangebot auch in schlecht durchbluteten Geweben erreicht.

Der Sauerstoffgehalt im Blut kann, unter den üblichen Therapieschemata, bis zu 20 fach gesteigert sein. Da dies durch die zusätzliche Lösung von Sauerstoff im Blut, unabhängig von der Bindung an Hämoglobin (Sauerstofftransportmolekül im Blut) erfolgt, spielt die hyberbare Oxygenierungstherapie (HBOT) bei der Behandlung von schweren Gewebesauerstoffmangelzuständen, z.B. ausgelöst durch eine Kohlenmonoxidvergiftung, eine entscheidene Rolle.

Darüberhinaus werden durch Aktivierung biologischer „Reparaturmechanismen“, aber auch durch die Verminderung des „Gewebewassers“ (Ödem) eine Wundheilungsförderung sowie eine  Infektionsbehandlung durch die Mechanismen der HBOT initiiert bzw. unterstützt.

Wirkungen der HBOT

  • Verkleinerung von Gasblasen
  • Beschleunigung der Elimination von Kohlenmonoxid
  • Verbesserung der Gewebesauerstoffversorgung
  • Ödemreduktion
  • Angioneogenese (Neubildung kleiner Gefäße)
  • Verstärkung der Infektabwehrmechanismen
  • Förderung der Wundheilung

Indikationen zur HBOT

  • Tauch- und Überdruckunfälle
  • Kohlenmonoxidvergiftung/ Rauchgasvergiftung
  • Schwere Weichteilinfektionen (Gasbrand, nekrotisierende Fasziitis)
  • Luft- und Gasembolien
  • Bestrahlungsspätschäden (Knochennekrosen, chronische Schmerzen, Blasen- Mastdarmentzündung)
  • Hörsturz
  • Problemwunden (insbesondere „diabetisches Fußsyndrom“)
  • Knochenentzündungen

Bei Fragen, ob bei Ihrer Erkrankung bzw. Ihren Beschwerden mit Hilfe der HBOT eine Besserung oder gar Beseitigung der Beschwerdesymptomatik erfolgsversprechend erscheint, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt über die folgende Email auf:

HBO-Druckkammer@medizin.uni-leipzig.de

Seitenanfang

Risiken und Kontraindikationen

Für Notfallbehandlungen gibt es keine Kontraindikationen!

Insbesondere Herz- Kreislauf-, Lungen-, HNO- und Neuro-psychiatrische Erkrankungen müssen in die Nutzen-Risiko Abwägung einer möglichen HBOT einbezogen werden. Darüberhinaus bedürfen vorangegangene Operationen, implantierte Geräte (Herzschrittmacher, Insulinpumpe etc.) aber auch akute Infekte der Atemwege einer besonderen Abwägung hinsichtlich der Riskoeinschätzung einer möglichen HBO Therapie.  Mit Ausnahme einer Notfallsituation sind schwangere Patientinnen von der HBO Therapie ausgeschlossen. 

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer HBO-Therapie wird Sie Ihr HBO-Arzt, im Rahmen des obligaten Arzt-Patienten Gespräches, ausführlich aufklären und die individuellen Risiken mit Ihnen besprechen.

Seitenanfang

Behandlungsdauer

Die unterschiedlichen Behandlungsprotokolle haben eine Zeitdauer von ca. 2,5 h (in Ausnahmefällen bis maximal 8 h).  In den allermeisten Fällen sind mehrere Sitzungen, zu Behandlungsbeginn vielleicht sogar mehrfach innerhalb der ersten Tage, notwendig. Bei chronischen Problemen (z.B. Wundheilungsstörungen) kann dies eine tägliche Behandlung über mehrere Wochen bedeuten. Ihr Arzt wird im Rahmen der Druckkammertauglichkeitsuntersuchung mit Ihnen ein sinnvolles und umfassendes Therapiekonzept erarbeiten.

Kostenübernahme

Bis auf wenige (Notfall-) Indikationen werden die Kosten der HBOT von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.  Dennoch ist im Einzelfallverfahren die Kostenerstattung durch die Krankenkasse individuell zu prüfen. Wir unterstützen Sie in diesem Prozess selbstverständlich gern.

Vor Behandlungsbeginn wird Ihnen ein detaillierter Kostenplan erstellt.

Seitenanfang

S3-Leitlinie Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz

Die invasive („maschinelle“) Beatmung ist eine zentrale Therapiemaßnahme der Intensivmedizin zur Versorgung kritisch kranker Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz. Im Falle schwerster Gasaustauschstörungen, z. B. bei schwerem ARDS (PaO2/FiO2 <100 mmHg) nach Berlin-Definition, sind zur Sicherung der Oxygenierung zusätzliche Maßnahmen wie Bauchlagerung notwendig. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts findet bei schweren Oxygenierungsstörungen auch zunehmend die vvECMO-Therapie Verwendung.

Rationale der Leitlinie

Zu den wichtigen Fragen der invasiven Beatmung (Beatmungsmodus, Beatmungsparameter etc.), zu adjuvanten Maßnahmen und zu Rescue-Therapien (iNO-Therapie, ECMO-Therapie etc.) wurde in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien durchgeführt. Dabei wurden für bestimmte Maßnahmen (protektive Beatmung, Bauchlagerung, Anwendung von protokollbasiertem Weaning etc.) deutliche positive Effekte auf patientenrelevante klinische Outcome-Parameter nachgewiesen während für andere Therapien diese Nachweis bisher nicht sicher erbracht werden konnten (z.B. iNO- und ECMO-Therapie). Gleichzeitig zeigt sich weltweit eine erhebliche Heterogenität in der klinischen Versorgungsqualität invasiv beatmeter Patienten (1). So ist einerseits eine unzureichende Umsetzung der genannten Therapiemaßnahmen mit erwiesenem Patientennutzen bei gleichzeitig zunehmender, teilweise unkritischer Anwendung der hochinvasiven Extrakorporalverfahren zu beobachten (2). Dieses Missverhältnis aus bestehender Evidenz und unzureichender Umsetzung in der klinischen Praxis im Versorgungsalltag bildete eine wichtige Rationale des Leitlinienprojektes „S3-Leitlinie Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz“.

Methodik der Leitlinie

Ziel des 4jährigen, von der von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) geförderten und hier an unserer Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie koordinierten Leitlinienprojektes war u.a. die Etablierung einer umfassenden Literaturdatenbank zur maschinellen Beatmung und ECMO-Therapie, welche aktuell über 3.500 Studien umfasst. Aus dieser Datenbank wurden durch die Expertengruppe (57 Experten aus 23 intensivmedizinischen Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) qualitativ hochwertige Studien selektiert, geprüft, bewertet und als Grundlagen für Behandlungsempfehlungen verwendet (Anwendung der GRADE-Methodik).

Inhalte der Leitlinie

In der zum Beginn des Jahres 2018 veröffentlichten Leitlinie (3) wurden insgesamt 119 Empfehlungen zusammengestellt, welche in diesem Umfang weltweit erstmalig, den gesamten Versorgungsablauf von Patienten mit akuter Funktionsstörung der Lunge (Indikation, Wahl von Beatmungsmodus und –parametern, Begleitende Therapiemaßnahmen, Maßnahmen bei schwerer o. therapierefraktärer Gasaustauschstörung (inkl. vvECMO-Therapie, Entwöhnung von der Beatmung und Spätfolgen) betreffen. Für alle Therapiemaßnahmen wurde eine ausführliche Abwägung von Nutzen und Risiko für die betroffenen Patienten gemeinsam mit den Patientenvertretern getroffen und als Grundlage für die Formulierung der Empfehlung verwendet.

Leitlinienveröffentlichungen und Ziele seit 2018

Zur Unterstützung der Verbreitung der Leitlinieninhalte wurden eine Kurzversion aller Empfehlungen (4), eine Zusammenstellung der Kernempfehlungen (5) sowie eine „Taschenausgabe“ der Leitlinie (6) entwickelt. Zudem wurden die wesentlichen Inhalte in deutsch- und englischsprachigen Übersichtsarbeiten veröffentlicht (7, 8).

Von der flächendeckenden, konsequenten Umsetzung der Empfehlungen dieser neuen Behandlungsstandards auf den Intensivstationen erhoffen sich die Mitglieder der Expertengruppe eine Verbesserung der Versorgungsqualität für alle Patienten, die aufgrund einer Funktionsstörung der Lunge maschinell beatmet werden müssen.

Aktuell richten die Intensivmediziner des Koordinationszentrums der Leitlinie an unserer Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum in Leipzig ihre Arbeit nun auf die Verbreitung der Leitlinie sowie auf Studien aus, in denen untersucht wird, wie der Transfer des aufgearbeiteten Wissensstandes in die tägliche Praxis auf den Intensivstationen nachhaltig verbessert werden kann.

Quellen/Links

(1) Bellami et.al.: Epidemiology, Patterns of Care, and Mortality for Patients With Acute Respiratory Distress Syndrome in Intensive Care Units in 50 Countries. JAMA.

(2) Karagiannidis C et al: Extracorporeal membrane oxygenation: evolving epidemiology and mortality. Intensive Care Med.

(3) S3 Leitlinie Invasive Beatmung - lang. AWMF

(4) S3 Leitlinie invasive Beatmung - kurz. AWMF

(5) S3 Leitlinie invasive Beatmung - Schlüsselempfehlungen und Qualitätsindikatoren AWMF

(6) S3 Leitlinie invsasive Beatmung: Behandlungspfade AWMF

(7) Fichtner F. et al.: Mechanical Ventilation and Extracorporeal Membrane Oxygenation in Acute Respiratory Insufficiency. Dt.Ärzteblatt.

(8) Fichtner f. et al.: Clinical Guideline for Treating Acute Respiratory Insufficiency with Invasive Ventilation and Extracorporeal Membrane Oxygenation: Evidence-Based Recommendations for Choosing Modes and Setting Parameters of Mechanical Ventilation. Respiration

Verantwortliche Ärzte / Leitlinienkoordinatoren:

Dr. med. Falk Fichtner

PD Dr. med. Sven Laudi

 

leitsatz

Forschung

Neben der Patientenversorgung, der studentischen Lehre und der ärztlichen Fort- und Weiterbildung gehört die Forschung zu den Hauptaufgaben unserer Klinik.

Wissenschaftliche Schwerpunkte in der Anästhesiologie sind Mechanismen der Narkose, Maligne Hyperthermie. Projekte auf dem Gebiet der experimentellen Anästhesiologie untersuchen Mechansimen die zur Entstehung und Behandlung chronischer Schmerzen beitragen, sowie atypische Wirkungen von Lokalanästhetika.  Wesentliche intensivmedizinische Fragestellungen zielen auf die Aufklärung von Pathomechanismen des akuten Lungenversagens ab.

 

Hier 1:1-Übernahme der bisherigen Inhalte.

.